Die Krux mit dem Masken-Attest

Von anonym

Als die Maskenpflicht an unserer Schule kam und es hieß, man müsse auf den Fluren eine Maske tragen, habe ich es trotz meines Asthmas für ca. 2 Minuten mit einer ganz dünnen Stoff-Maske probiert und bekam keine Luft. Ein schlimmes Stechen unter der Brust und ein schreckliches Engegefühl kamen hinzu. Es ging mir so schlecht, dass ich den restlichen Tag mit Brustschmerzen und Atembeschwerden im Bett lag.

Das erste Attest: Arzt zu höflich

Mein Arzt schrieb mir daraufhin ein Attest: „Frau X darf aus medizinischen Gründen keine Maske tragen. Bitte dies zu respektieren.“ Nun kam von der Schulleitung, das sei ja kein Attest, sondern nur eine Bitte. Nun gut…

Als Kompromiss schlug meine Schulleitung nun vor, dass ich ein Vollvisier tragen müsse. Also besorgte ich mir auf eigene Kosten ein Visier und trug dieses. Da es dauernd beschlug und ich alles verschwommen sah, war mir oft schwindlig und ich konnte schlecht atmen. Zu der Zeit hatte ich vier bis fünf Pausenaufsichten pro Woche und eine 65-minütige Mensa-Begleitung und -Aufsicht, was eben sehr lange Zeiten mit Maske waren. Nachmittags hatte ich dann Kopf- und Brustschmerzen, weshalb ich abends schwer einschlafen konnte.

Das zweite Attest

Irgendwie dachte ich zu der Zeit noch, dass ich ja vielleicht nicht die Einzige mit Atembeschwerden und Brustschmerzen sei und dass ich da irgendwie durchmusste. Als ich meinem Arzt von dem Schwindel erzählte, meinte er, dass ich mir damit schade und umkippen könnte, und er schrieb mir ein Attest, dass ich kein Vollvisier tragen kann. (Ich hatte vor geraumer Zeit mal einen Hörsturz und seither ohnehin schon mit Schwindel zu tun).

Es war einmal… Datenschutz

Ich gab das Attest ab und trug dann eine Zeit lang ein Halbvisier, womit ich zwar auch nicht richtig atmen konnte, aber wenn ich das Kinn nach unten nahm, konnte ich gut Luft bekommen, was ich dann oft tat. Da meinte meine Schulleitung, es hätten sich Kollegen beschwert und ich müsse ein Nasenbügel-Visier tragen. Damit hatte ich dann zwei Asthma-Anfälle und beschloss daraufhin, nie wieder eine Maske anzuziehen.

Die Schulleitung sagte mir nun, ich bräuchte ein Attest mit Diagnose. Mein Arzt war darüber sehr erstaunt und sagte etwas von „Geheimnisverrat“ und „Straftat.“ Weiterhin erwähnte er, dass er eigentlich jedem seiner Patienten ein Attest schreiben müsse, da Masken für alle Menschen schädlich seien und sowieso nicht vor Viren schützen. Chirurgen zum Beispiel hätten von allen medizinischen Berufen die geringste Lebenserwartung, was sicherlich mit den Masken zusammenhänge.

Das dritte Attest: ICD-Codes

Ich entband meinen Arzt nun von der Schweigepflicht und er schrieb die ICD-Codes auf das Attest. Er sagte, das sei wichtig, damit nicht jeder Unbeteiligte gleich sehe, was ich für Krankheiten habe. Meine Schulleitung sah das anders: „Das ist kein richtiges Attest. Da sehe ich die Diagnose ja gar nicht. Sie brauchen ein neues.“

Es war einmal…. freie Arztwahl

Und dann kam noch der Satz: „Aber wenn der Arzt mehr als 30 km weg wohnt, dann brauchen Sie mir das gar nicht zu geben, denn das akzeptiere ich nicht.“

Mein Arzt – ein sehr gutmütiger Mensch – schrieb mir nun ein ausführliches Attest mit genauer Diagnose. Leider erwähnte er auch, dass Gehirn eines Lehrer zum Denken und Unterrichten Sauerstoff brauche und allein deshalb eine Maske kontraindiziert sei. Meine Schulleitung sagte daraufhin, das sei kein Attest, sondern ein Brief. Sie brauche ein richtiges Attest.

Unentschuldigte Fehltage

Bis das „richtige“ Attest vorläge, müsste ich nach Hause fahren. Das war an einem Montagmorgen, als ich einfach nach Hause geschickt wurde. Dabei hatte ich in 22 Jahren Lehrer-Dasein noch nicht einen einzigen Tag gefehlt. Das war wirklich ein schwerer Schlag.

Ich hätte nun bis Mittwoch, 24 Uhr, Zeit, ein richtiges Attest zu besorgen. Bis dahin fehlte ich unentschuldigt! Somit verbrachte ich den ganzen Montag damit, gefühlt hundert Lungenfachärzte anzurufen, um einen Termin bis Mittwoch zu bekommen, was natürlich unmöglich war. Ich war so verzweifelt, dass ich sogar jedes Mal erwähnte, dass ich Privatpatientin sei. Es half nichts.

Ich fuhr dann einfach zu Lungenfachärzten im Umkreis und sprach persönlich vor, bis ich in einer Praxis einen Termin für den nächsten Tag bekam, weil gerade jemand abgesagt hatte.

Beim Termin wurde mir dann dort direkt – noch vor den ganzen Untersuchungen – gesagt, dass es eine Anweisung vom Fachverband der Lungenfachärzte gäbe, dass auf keinen Fall Atteste ausgestellt werden dürfen. Daher würden die Befunde an den Hausarzt weitergeleitet und dieser solle das Attest schreiben. Nach den Untersuchungen war die Diagnose dann aber eindeutig: Ich darf auf keinen Fall einen Mundschutz tragen – nur ein Attest gab es eben nicht.

Das vierte Attest: neuer Arzt

Nun bekam ich so schnell keinen Termin bei meinem Arzt und er war bei meiner Schulleitung ja auch in Ungnade gefallen. So ging mit den Befunden zu einem anderen Arzt, der ebenfalls zu dem Schluss kam, dass eine Maske meiner Gesundheit sehr schaden würde. Er schrieb ein ausführliches Attest mit Diagnose.

Dieses wurde nun akzeptiert, aber da die Infektionszahlen gestiegen waren, sollte ich zu Hause bleiben und Fernunterricht machen. Ich versuchte, der Schulleitung zu erklären, dass positiv Getestete, die keine Symptome haben, aufgrund der geringen Viren-Last niemanden anstecken können. Außerdem brachte ich vor, dass in den letzten Monaten weniger Menschen gestorben seien als in den Jahren zuvor im gleichen Zeitraum und dass die Intensivbetten nicht stärker belegt seien als in den Vorjahren. Es nützte nichts.

Auf der Suche nach dem fünften Attest

Nachdem ich in der Gruppe „Lehrer für Aufklärung“ erfahren hatte, dass es viele Lehrer gibt, die ohne Masken an den Schulen unterrichten, beschloss ich, einen Anwalt hinzuziehen. Dieser schrieb an die Schulleitung und sie antwortete, dass mein Attest nicht den „Anforderungen der aktuellen Rechtsgrundlagen (13. CoBLVO vom 27.11.2020) und dem Hygieneplan Corona für die Schulen und der inzwischen ergangenen Rechtsprechung genügt.“

Also las ich diese ganzen Verordnungen durch. Mir war aber trotzdem nicht klar, wieso mein Attest nicht akzeptiert wurde, denn es erfüllte alle Anforderungen….

Das sechste Attest

Nun trug mir die Schulleitung auf, dass ich mit meinen Befunden zu einem Institut müsse, in dem Ärzte (quasi „Betriebsärzte“) dann entscheiden, ob sie mir auf dieser Grundlage ein Attest ausstellen. Nur dieses würde sie akzeptieren.

Dieses Institut stellte mir dann ein Attest aus (ohne Diagnose) und ich reichte es ein. Aber es hieß, dass dieses Attest immer nur drei Monate gültig sei. Also beantragte ich alle drei Monate ein neues Attest, aber ich musste immer vorher nochmal zu meinem Arzt zur Untersuchung und immer neue Befunde und Atteste einreichen. Das war’s dann mit meiner Beitragsrückerstattung bei der Krankenkasse (700€, die ich sonst jedes Jahr bekam), denn es wurde sehr schnell sehr teuer.

Aufgrund dieses Attestes durfte ich dann seit Oktober 2020 das Schulgelände nicht mehr betreten. Selbst als es keine Maskenpflicht mehr im Unterricht gab, verbot mir die Schulleitung, an die Schule zu kommen, da ich ja im Flur die Maske tragen müsse. Ich bot an, dass ich für die paar Meter die Maske anziehen und die Luft anhalten könne (denn alle meine Räume waren von außen in wenigen Metern erreichbar). Dies wurde abgelehnt.

Ich war nun fortan im Fernunterricht eingesetzt und bereitete Stunden für Studenten vor, die diese dann hielten. Aktuell mache ich dies für Schüler, die ich noch nie gesehen habe.

In den Sommerferien kontaktierte ich wie gewohnt dieses Institut zwecks Verlängerung des Attestes und diesmal hieß es, dass mein Attest nicht verlängert werden könne, weil ja „keine Besserung des Zustandes erwartet wird.“ Ich müsse dienstunfähig geschrieben werden. Daraufhin fragte ich: „Soll denn die Masken-Pflicht noch jahrelang bestehen bleiben?“ Der nette Herr am Telefon erwiderte, dass er das nicht wisse. Weiterhin wurde mir gesagt, dass ich mir die Atembehinderung durch die Maske nur einbilde, da ich ja auch mit Panik reagiere (kein Wunder nach zwei Asthma-Anfällen mit Maske) und ich müsse an dieser Panik arbeiten und eine Psychotherapie machen. Dies kam zunächst für mich nicht in Frage.

Nun gut. So rief ich bei der Schulbehörde an und erkundigte mich bezüglich einer Dienstunfähigkeit. O-Ton: „So einfach geht das nicht. Das ist ein sehr langer Prozess und steht erst mal nicht an.“ Ich: „Mein Attest wird aber nicht verlängert.“ Der Herr von der Schulbehörde sagte daraufhin: „Also wenn Sie kein Attest mehr haben, dann müssen Sie mit Mundschutz an die Schule kommen.“ Da überlegte ich kurz, ob ich das einfach mal mache und mich dann mit dem unweigerlich folgenden Asthma-Anfall mit dem Rettungswagen abholen lasse. Aber da in den Krankenhäusern ja auch jedem die Maske aufgezwungen wird (sogar Schwangeren), würde ich das wohl nicht überleben. Und die unsinnige Testerei dort ist ja auch ein Graus. Also musste doch die Psychotherapie her.

Ich teilte also dem netten Herrn vom Institut mit, dass die Psychotherapeuten aktuell eine Wartezeit von ca. einem Jahr haben. Daraufhin verkündete er erfreut, dass sie eine Kooperation mit der Uni-Klinik haben und ich dort deshalb früher einen Termin bekommen könne. Gesagt, getan. Und so hatte ich dann zwei Monate später einen Termin.

Im Schreiben von der Uni-Klinik stand dann, dass man seinen eigenen Kuli mitbringen müsse und dass auf dem gesamten Uni-Gelände die Maskenpflicht gelte.

Nun beschloss ich, den Weg zum Therapeuten einmal vorher zu testen, um zu sehen, ob ich ohne Maske überhaupt durchgelassen werde. Dabei wurde ich sowohl von der Security als auch von den Angestellten an der Rezeption erstmal nicht durchgelassen und ich musste recht lange diskutieren, bis man mich rein ließ. Das war sehr stressig, so dass ich beschloss, die Therapie abzusagen. Ich kann mir nicht vorstellen, zu jedem Termin solche Widerstände zu überwinden. Und es kann ja auch sein, dass vielleicht andere Kontrolleure mich erst gar nicht reinlassen. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Im Übrigen dürfen Masken-befreite Schüler am Unterricht teilnehmen und ohne Maske durch den Flur gehen. Ich jedoch nicht, obwohl aktuell bei uns auf dem Schulhof und auch im Klassensaal keine Maskenpflicht besteht.

Am 31.10.2021 läuft mein Attest aus…

Fortsetzung folgt.

 

Autor: Denkender Lehrer

Denkender Lehrer.

6 Kommentare zu „Die Krux mit dem Masken-Attest“

    1. Eine gute Idee. Ich wurde ebenfalls von einigen Störern im Kollegium u. a. wegen meiner kritischen Haltung zu „Corinna“ bzw. der Politik, mit heftigen Mobbingattacken überzogen und bin seit ca. einem Jahr zu Hause. Es geht einem deutlich besser damit, wenn man sich von psychisch verhaltensauffälligen Zeitgenossen etwas „dislozieren“ kann. Kann ich daher nur jedem empfehlen. Man darf sich nicht jede Ungeheuerlichkeit bieten lassen! Gegenmaßnahmen sind angesagt.

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      1. Gegenmaßnahmen sind angesagt.

        Diese Haltung behagt mir! Das ist Souveränität.

        Militärisch gesprochen: Gegenoffensive starten.

        Nach einem Jahr kennen wir Standorte, Stoßrichtung, Motive, Truppenstärke, Kampfmoral, usw. des Kontrahenten sehr gut. Das bringt uns in Vor(der)hand.

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  1. Dieser Bericht zeigt mal wieder ganz eindeutig, dass wir in einem Schikaneland leben. Gut, aber was erwartet man? Die Mitarbeiter in den Behörden tun das, was „gute Deutsche“ immer getan haben: Sie „führen nur Anweisungen aus“. Außerdem hat man endlich mal ein wenig „Macht“ über die anderen. Diese Handlungen, die man eben „ausführt“, können eben auch mal darin bestehen, den „Untergebenen“ mal ordentlich zu schikanieren. Und vollkommen sinnlos sein. Aber nach Sinnhaftigkeit fragt von den Behördenmenschen keiner. Vielleicht liegt es am Intellekt.

    Natürlich weiß heute im Grunde (fast) jeder, dass diese Masken Quatsch sind und keinen Nutzen haben. Aber der obrigkeitshörige und untertänige Deutsche macht eben, was man ihm sagt. Das hat er immer schon gemacht. Mit dem bekannten Ergebnis.

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  2. Den Anfang erlebte ich genauso, aber das Attest mit Diagnose (mein Arzt tobte) wurde gnädig der Behörde weiter gereicht und akzeptiert. Man bezeichnete mich als „Gefahr für die Kollegen“ und „kein Vorbild für die Kinder“.
    Das hieß, sobald die Kinder Masken tragen mussten, durfte ich nur online arbeiten (komplett sinnfrei) und als es „nur noch“ im Flur und „nur“ die Erwachsenen hieß, durfte ich merkwürdigerweise wieder rein. Man kam wohl ohne mich nicht klar.😅. Ich gebe zu: Deinen Weg hätte ich keinesfalls mitgemacht. Die Alte hätte ich per „Anwälte für Aufklärung“ verklagt. Ich verweigere auch den Test vor Rektor/Sekretariat trotz Befehls und gehe dafür auf das Klo. Die ersten Monate reichte es merkwürdigerweise auch zu Hause zu testen, wie es ja auch f d Kinder in der Verordnung steht. Ich denke, man muss sehr bestimmt auftreten. Es gibt Dinge, die werde ich nicht tun und wenn ich erscheine, kann es auch kein unerlaubtes Fehlen sein.

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